| Waltenhofen
(mr).
„150 Jahre alt ist nun die
Musikkapelle Waltenhofen, und dennoch wird sie ständig frischer,
lebendiger und auch charmanter", sagte Staatssekretär Dr. Gerd
Müller. Das Publikum in der Mehrzweckhalle schmunzelte schon, als
sich der Jubiläums-Schirmherr den 37 Musikern auf der Bühne
zuwandte undden Wandel skizzierte: „Bis 1969 habe ich bei eurem
Rückblick keine Dame auf einem Foto gesehen, mittlerweile traut
sich schon kein Mannsbild mehr zu den vielen Flötistinnen und
Klarinettenspielerinnen in die vordere Reihe." Bezirksleiter
Hermann Koch ließ noch weitere „Waltenhofener
Spezialitäten" anklingen.

ASM-Präsident Franz Pschierer
(rechts) gratulierte dem Waltenhofener Musikvereins-Chef Josef Graf
und überreichte ein Geschenk. |
Beispielsweise
teilen sich Wolfgang Bock und Lothar Geist seit 2002 die
Dirigentenarbeit - und das offenbar ganz harmonisch und ohne jede
Eifersüchtelei, denn beide könnten sich aus beruflichen Gründen
gar keinen „Alleingang" leisten.
Koch gerät ins Schwärmen, wenn er
über die „hervorragende Waltenhofener Jugendarbeit" redet.
Oder wenn er die Bereitschaft hervorhebt, sich neben dem eigenen
Jubiläum noch das 35. Bezirksmusikfest „aufbürden" zu
lassen. Da habe man ja im Vorjahr mit dem innergemeindlichen
Nachbarn Memhölz schon gute Erfahrungen gemacht. Und das
Allerschönste ist für Koch die Tatsache, dass Waltenhofen zu den
Mitbegründern des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds (ASM) gehört,
der heuer stolz auf 80 Jahre zurückblicken und bundesweit eine „einmalige
Erfolgsstory" vorweisen könne. „Als eine der ersten
Musikkapellen traten die Waltenhofener 1926 dem ASM-Vorläufer
'Allgäuer Musikbund' bei und richteten im selben Jahr das erste
Verbandsfest aus", betonte Koch.
Laut Landrat Gebhard Kaiser hat die
„Bandbreite des musikalischen Könnens" auch was mit „Kommunalpolitikern
wie Fritz, Wegscheider, Grätz und Harscher zu tun: Für sie alle,
so Kaiser, „waren und sind die Musikkapellen Leuchtfackeln der
Brauchtumspflege, die es zu fördern galt und gilt." Und
Bürgermeister Eckhard Harscher bestätigte diese Worte: „Die
Musikkapellen liegen mir am Herzen, sie werden trotz enger Haushalte
immer meine Unterstützung haben." |
Viele fleißige
Heinzelmännchen
Harscher und Musikvereinschef Josef
Graf dankten den vielen „Heinzelmännchen" der Blasmusik, die
zum Gelingen des Jubiläums weit über 1000 Gratis-Arbeitsstunden
einbringen würden. Mindestens 1000 Stunden ganz alleine hat Xaver
Wegscheider (74) im neu gestalteten Musikheim gearbeitet, wie
mehrere Redner unter starkem Beifall hervorhoben. Solche Leute mit
Gemeinsinn gab es in der 150-jährigen Vereinsgeschichte Zuhauf, wie
zweiter Musikvereins-Vorsitzender Christoph Besler bei seinem
Rückblick bilanzierte: Angefangen beim Musikkapellen-Gründer, dem
Lehrer Wilhelm Brehm. Weiter über Hans Hofmann, der 1968 nach 37
Jahren den Dirigentenstab abgab. Bis hin zum 2004 verstorbenen,
unvergesslichen Fritz Neß, der vier Jahre zuvor seine 52-jährige
Musikkapellen-Karriere als Bassist, Vorstand, Dirigent und Ausbilder
beendet hatte.
Da blieb Pschierer fast nichts mehr
anderes übrig, als sich vor den „großen Leistungen der
Jubiläumskapelle" zu verneigen. Schließlich intonierte die
Musikkapelle den Evergreen „What a wonderful World" - und
verströmte damit die Stimmung dieser „Waltenhofener
Festtage". |
| Erfolgreich
bei Wertungsspielen
Höchste Prädikate errungen
Waltenhofen (we).
Elf Musik- und zehn Jugendkapellen
stellten sich an zwei Tagen bei den Wertungsspielen im Rahmen des
Bezirksmusikfests der Jury. Dabei wurde in allen Wertungen ein hohes
Niveau jeder einzelnen Kapellen erzielt. Bei der Urkundenverleihung
war es daher nicht verwunderlich, dass nur die beiden höchsten
Prädikate verliehen wurden: Neun mal das Prädikat „mit
ausgezeichnetem Erfolg" und zwölf mal das Prädikat „mit
sehr gutem Erfolg". Die höchste Punktzahl erzielte die
Stadtkapelle Kempten in der Höchststufe sowie die Musikkapelle
Heiligkreuz in der Oberstufe mit je 94 Punkten. |
Die Musikkapelle Waltenhofen, hier
dirigiert Wolfgang Böck, sorgte für den klingenden Rahmen des
Festaktes. Fotos: Mayr |