Bericht zum Projekt Musikschule 22.01.2009
Bald Musikschule in Waltenhofen?

Beschluss Gemeinderat sagt grundsätzlich „Ja" zu Projekt vor Ort

VON SILVIA REICH-RECLA___________

Waltenhofen Die Gemeinde Waltenhofen soll eine Musikschule bekommen. Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat Waltenhofen am Montagabend nach ausführlicher Diskussion. Zuvor hatte Lothar Geist, Dirigent des Musikvereins Waltenhofen und Initiator des Projekts, die Idee ausführlich dargelegt.

 Der 42-Jährige möchte, dass der Nachwuchs gezielt und bestens gefördert wird und das auf breiter musikalischer Ebene durch Lehrer mit Musikstudium. Unterrichtsort soll die Volksschule Waltenhofen sein. Momentan gebe es vier Musikvereine und eine Jugendkapelle im Gemeindegebiet und „jeder pflegt sein Vereinsleben". Jetzt soll bei den Jugendlichen ortsübergreifend zusammengearbeitet werden. Gelehrt wird dann nicht mehr in den Vereinen, sondern an der Musikschule.

Eine enge Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule ist vorgesehen. Zusätzlich soll ein Förderverein die Musikschule finanziell stützen, die Gemeinde das restliche Defizit decken. Die Musikschule soll als eingetragener Verein geführt werden. Geplant ist, auch Sponsoren mit ins Boot zu holen, beispielsweise, um talentierten Kindern aus wenig betuchten Familien das Erlernen eines Instruments zu ermöglichen.

Auch Jugendchor angeregt

Das Angebot soll über das traditionelle Blaskapellen-Repertoire hinausgehen. Auch Klavier, Gitarre, Cello oder Geige sollen angeboten werden. „Es wäre auch super, wenn wir wieder einen Jugendchor hätten", regte Geist an.

Die Lehrer sollen als Honorarkräfte wirken, ein Musikschulleiter eventuell in Teilzeit angestellt werden. Die Musikschule wird als eingetragener Verein geführt, beschloss der Gemeinderat.

Kämmerer Franz Dreier wies daraufhin, dass die Gemeinde für rund 50 Waltenhofener Kinder und Jugendliche, die an der städtischen Musikschule in Kempten ein Instrument erlernen, Beiträge zahlen muss in Höhe von derzeit 109 Euro pro Kopf und Jahr. Die Eltern zahlen noch einmal einen monatlichen Beitrag.

Konstantin Geist (an den Congas), Manuel Diebolder (Trompete), Florian Böck (Schlagzeug), Jakob Böck (Klavier), Leonie Besler und Elena Geist lernen beim Musikverein Waltenhofen ein Instrument. Sind sie bald Schüler einer Musikschule Waltenhofen?         Foto: Laurin Schmid

„Die Jugend wächst durch Musizieren zusammen"

Diskussion Kommunalpolitiker wollen „klares Signal" zur Förderung des Nachwuchses setzen

Waltenhofen l sir l Der Vorstellung des Konzepts einer Musikschule in Waltenhofen folgte eine ausführliche Diskussion im Gemeinderat und im Anschluss an die Sitzung. Eine Auswahl der vielen Redebeiträge.

* Christian Kiihnel hieß das Konzept gut, verwies aber auch auf andere Musikschulen „vor der Haustüre" wie Immenstadt oder Kempten.

* AlfonsStöberl sprach sich für ein

klares politisches Signal in Richtung Jugendförderung aus, die zur gesellschaftlichen Aufgabe geworden sei.

* Otto Hörmann regte an, ein Limit von rund 20000 Euro zu setzen beim Defizit, das die Gemeinde mittragen muss.

Rudolf Grätz lobte ausdrücklich die „hervorragende Präsentation" von Lothar Geist, vermisste aber eine Bedarfsanalyse.

* Kämmerer Franz Dreier wies daraufhin, dass eine Musikschule niemals kostendeckend arbeiten könne. Bei einer Verwirklichung stünden politische Gründe im Vordergrund.

* Bürgermeister Eckhard Harscher sieht eine Musikschule als Bereicherung des Angebots, das die Vereine in der Gemeinde vorhalten. Er betonte: „Jugendarbeit ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde."

• Musikantin Maritta Wurm (27) von der Musikkapelle Waltenhofen ist sich sicher, durch eine Musikschule vor Ort „wächst die Jugend durch das Musizieren zusammen".

* Dirigent Wolfgang Böck (Musikverein Waltenhofen) sieht in einer Musikschule auch einen Imagegewinn für die Gemeinde und baut auf eine optimale Förderung in enger Zusammenarbeit mit der Schule.

Zeitungsbericht Allgäuer Zeitung 22.01.09

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