Die Geschichte der Musikkapelle Waltenhofen

 


Musikkapelle Waltenhofen 1869


Musikkapelle Waltenhofen 1895

Der Gründer der Musikkapelle Waltenhofen war der Lehrer Wilhelm Brehm. Er ist 1856 zum erstenmal mit seiner Kapelle aufgetreten.

Die weiteren Gründungsmitglieder waren:

Jakob Rauch, Andreas Heninger, Wilhelm Zimmermann, Josef Lieb, Johann Sommer, Anton Sommer, Karl Klaus, Karl Rauch, Anton Prestel, Matthias Immler, Benedikt Heninger, Anton Lieb.

Nach Wilhelm Brehm folgten die Dirigenten Matthias Immler aus Leutenhofen und Max Brehm, der Sohn des Gründers. Von 1892 bis 1902 leitete Musikmeister Heninger die Kapelle und von 1902 bis 1924 Johann Sommer aus Hegge.


Im Ortsteil Rauns wurde nach dem Gründer der Musikkapelle eine Straße benannt


Musikkapelle Waltenhofen 1905

Ab 1924 wurde die Kapelle von Meister Anhut geführt und einige Zeit auch von Oberlehrer Grimminger.

1926 war die Waltenhofener Kapelle eines der Gründungsmitglieder des Allgäuer Musikverbandes, dem Vorgänger das ASM. Im gleichen Jahr fand in Waltenhofen das erste Musikfest des  Musikbundes statt, zu dem 29 Kapellen kamen und die Kapelle konnte ihr 70 jähriges Jubiläum feiern.


Die Musikkapelle Waltenhofen um 1927


Musikkapelle Waltenhofen um 1930

1931 übernahm Hans Hofmann die Kapelle und gründete auch ein Streichorchester. Während des 2. Weltkrieges war die Kapelle zwar sehr geschwächt, aber nicht aufgelöst. So wurde jedes Jahr zur Heldenehrung gespielt, wenn das auch nur mit Aushilfen einiger  Musiker aus Nachbarkapellen möglich war.
1946 begann Hans Hofmann wiederum einen Neuanfang mit 8 Musikern. Dem Beispiel anderer Gemeinden folgend, wurde durch die Gemeinde Waltenhofen am Sonntag den 24.07.1950 im Gasthaus "Heiligensetzer" eine Versammlung zur Gründung eines Musikvereins einberufen. Die Versammlung wurde von Bürgermeister Wegmann geleitet, zum ersten Vorsitzenden wurde Hauptlehrer Max Mayer und als zweiter Vorsitzender Lorenz Fries gewählt. Hans Hofmann erklärte sich bereit weiterhin die musikalische Leitung der Kapelle zu übernehmen. 35 Männer und 4 Frauen traten dem Verein als fördernde Mitglieder bei. Die Hauptakteure zu dieser Zeit waren Martin Günther aus Helen, der die Jugendausbildung übernahm, Ludwig Geisenhof, der unermüdlich Noten schrieb und der 2. Dirigent Lorenz Fries. Im Jahr 1951 wurde der Brauch des Neujahrsblasen eingeführt, der bis heute fortgeführt wird.


Jugendkapelle in den 50er Jahren unter Martin Günther

1956 feierte der Musikverein sein 100 jähriges Jubiläum. Zu dem abgehaltenen Musikfest kamen 19 Kapellen. 1960 wurde Fritz Neß zum 2. Vorstand und 1965 übernahm er als Nachfolger von Alois Wankerl das Amt des 1. Vorstandes. 

1961 wurde die 1951 angeschaffte blaue Uniform durch eine neue Tracht bestehend aus schwarzer Bundlederhose, rotem Leibchen, grüner Jacke, schwarzem Hut, Haferlschuhe und grauen Strümpfen ersetzt.

 

Am 15.10.1962 brach im Musikprobenraum im Keller des Rathauses ein Brand aus bei dem viele alte Noten und Aufzeichnungen zerstört wurden.

1968 übernahm Ludwig Sommer den Dirigentenstab von Hans Hofmann. Fritz Neß übernahm neben dem Amt als Vorstand auch die Jugendausbildung für Blechinstrumente.


die Kapelle 1966 beim Schützenzug in Kempten unter Hans Hofmann

1973 konnte auf Initiative von Vorstand Fritz Neß das erste eigene Musikheim im Nebengebäude des "Wirthaus am Bahnhof" bezogen werden. Die Familie Linß stellte dem Musikverein kostenlos einen Raum zur Verfügung und die Musiker bauten den ehemaligen Stall/Garage in Eigenleistung zum Musikheim um.


die Kapelle  1980 bei der Grundsteinlegung des Pfarrheims Waltenhofen

 1976 übernahm der 2. Dirigent Josef Prestel das Amt des Dirigenten. Die Jugendausbildung der Blechinstrumente lag weiterhin in den Händen von Fritz Neß, die Ausbildung der Klarinetten übernahm Franz Rauch. Aus der Jugendgruppe die ihre Ausbildung 1979 begann und der Klarinettengruppe von 1982 entstand eine Jugendkapelle, die ebenfalls Fritz Neß leitete. 1981 wurde die "grüne Tracht" durch eine neue mit grauen Jacken ersetzt.

1984 wurde dem Verein die PRO-MUSICA-Plakette verliehen. In mühevoller Kleinarbeit konnte ein Bestehen der  Musikkapelle lückenlos bis ins Jahr 1856 nachgewiesen werden. Die schriftlichen Belege von 1856 bis 1938 konnten den Kirchenbüchern entnommen werden. Die Kapelle spielte jedes Jahr zur Fronleichnamsprozession und wurde von der Kirche dafür entlohnt, was mit Unterschrift der einzelnen Musikern bestätigt wurde.


Musikkapelle 1986 beim Schützenzug in Hegge


Musikkapelle Waltenhofen 1992

1989 wurde Fritz Neß zum Dirigenten und die Jugendkapelle in die Kapelle eingegliedert. Das Musikheim war nun zu klein geworden. Wiederum bot die Familie Linß dem Verein die Möglichkeit, das bestehende Musikheim zu erweitern und so wurde es  von 1990 bis 1992 erweitert und ausgebaut.

1998 übernahm Josef Graf das Amt des 1. Vorstand. Das Musikheim wurde im Winter 1998/1999 nocheinmal erweitert. Der Anbau eines Toilettenhäuschens war notwendig geworden, da das "Gasthaus am Bahnhof" geschlossen wurde und zum damaligen Zeitpunkt nicht klar war, ob ein Nachfolger gefunden werden konnte.  Wolfgang Böck übernahm am 29.04.2000 bei der offiziellen Taktstockübergabe den Dirigentenstab von Fritz Neß der damit seine 52 jährige aktive Tätigkeit als Bassist, Vorstand, Dirigent und Ausbilder beim Musikverein Waltenhofen beendete. Fritz Neß wurde zum Ehrenvorstand des Vereins ernannt.

Bei der Generalversammlung am 25.05.2000 wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen. Dies wurde notwendig um die Anerkennung als gemeinnütziger Verein vom Finanzamt zu erlangen und für die Eintragung ins Vereinsregister. Der Vereinsnamen änderte sich in "Musikverein Waltenhofen e. V.".


die Kapelle 2001

Im Jahr 2002 kam als zweiter Dirigent Lothar Geist, der sich von nun an die Dirigentenarbeit mit Wolfgang Böck teilt. Im Jahr 2003 wurde mit den Gemeindekapellen Martinszell, Memhölz und Niedersonthofen eine gemeinsame Jugendkapelle gegründet. Die musikalische Leitung der "Jugendkapelle Niedersonthofener See e. V." übernahm Willi Gast aus Waltenhofen.

Im Jahr 2004 konnte der Verein sein neues Musik- und Probenheim im ehemaligen Schulschwimmbad in Waltenhofen beziehen. Das stillgelegt Schwimmbad wurde in Eigenleistung in ca. 6000 Arbeitsstunden umgebaut. Die Bauleitung übernahm Xaver Wegscheider, die Finanzierung erfolgte durch Eigenmittel, Spenden ortsansässiger Firmen sowie durch einen Zuschuß des Kulturfonds Bayern.